Gendern nicht nötig.

Fast schon eine liebgewordene, eigentlich aber ermüdende Tradition ist es, dass ich das alljährliche Treffen der örtlichen Kommunalpolitik mit SchülerInnen im Gymnasium Salzhausen dahingehend diskret kritisiere, das auf dem Podium überwiegend Männer sitzen.
Da der Termin in diesem Jahr so zeitnah mit dem Internationalen Frauentag zusammenfällt und Frauen komplett fehlen, nehme ich das zum Anlass die Kritik mal ein bisschen direkter und öffentlicher zu formulieren.
Wenn sich für das Pressefoto nicht noch Frau von Hoerschelmann und Frau Denker mit aufgestellt hätten, würden wir da eine Gruppe von ausschließlich (alten) weißen Männern sehen. Ist das tatsächlich eine Abbild unserer Gesellschaft?
Für die SchülerInnen stellt sich das Bild so dar, das (Kommunal) Politik nichts für Frauen ist, die sind ja nicht sichtbar, nicht hörbar, nicht wahrzunehmen. Sie fehlen, in jeder Hinsicht.
Und weil es hier um junge Menschen geht, die Vorbilder brauchen, um sich in der Welt zu orientieren, ist das Fehlen der Repräsentantinnen der Hälfte der Bevölkerung fatal.
Keine (junge) Frau braucht zum Internationalen Frauentag Blumen oder wohlklingende Lippenbekenntnisse. Was gebraucht wird sind vielfältig und ausgewogen besetzte Podien und Entscheidungsgremien, die wirklich die Vielfalt unserer Gesellschaft abbilden, unterschiedliche Sichtweisen deutlich machen und junge Menschen zum Mitgestalten inspirieren und ermutigen. Es wäre schön, wenn sich das Bewusstsein dafür mal mehr durchsetzen würde.
Sonnige Grüße und bis zum nächsten Internationalen Frauentag
Britta Keller, Moderation Jugendforum Brückenschlag
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